Ab 1950 hatte Meiersberg wieder mehr als 33 Wohnhäuser und, auch durch die Heimatvertriebenen, über 200 Einwohner. Ende der 50er Jahre machte man sich Gedanken über den Bau eines Abwasserkanals. Im Ort kam es immer öfter zu unangenehmen Gerüchen, da das nötige Gefälle
fehlte und somit das Abwasser nur langsam abfließen konnte. 1959 begann man im Dorf, größtenteils in Eigenleistung, eine Kanalisation zu verlegen. So entstand der erste Abwasserkanal in Meiersberg. Danach wurde die Ortsdurchfahrt befestigt und geteert.
Als diese alte „Schreiberkläranlage“ 1983 seit einigen Jahren nicht mehr den Anforderungen entsprach, wurde eine neue Kläranlage angelegt. Die vorgesehenen Kosten waren mit 192.000 DM veranschlagt. Letztlich kostete die gesamte Anlage dank der vielen freiwilligen Helfer nur 44.100 DM. Diese Kosten wurden auf die Meiersberger Bürger umgelegt. Durch das Konzept „Grüner Plan“ konnte die Maßnahme von der Regierung von Mittelfranken mit 15.000 DM bezuschusst werden.
2001 Neue Kläranlage mit Trennsystem
Bereits Mitte der 1990er Jahre gab es Überlegungen die Kläranlage in Meiersberg mit einem zusätzlichen Schönungsteich zu erweitern, um in Zukunft für die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der zulässigen Werte im geklärten Abwasser gewappnet zu sein.
Nach Neuplanungen einer Entwässerungsanlage zweier Ingenieurbüros wollten die Meiersberger die Ausführungen selbst tätigen und legten im September 1997 im Rahmen einer Ortsversammlung zunächst fest, die Kläranlage zu belassen und nur einen zusätzlichen Teich zu errichten. Durch die Ergebnisse der Kamerabefahrung des Kanals war schnell klar, dass ein neues Rohrsystem verbaut werden muss.
Man entschied sich für ein Trennsystem, also die getrennte Ableitung von Oberflächenwasser und verschmutzten Abwasser, anstatt eines zuerst favorisierten Mischsystems.
15. Juli 1999 Gründung des „Verein für Brauchtums- und Umweltpflege Meiersberg e. V.“
Als Träger und Betreiber der neuen Kläranlage ist er für den Bau und Betrieb einschließlich der Abrechnung aller Kosten und Gebühren zuständig. Die Mitgliederzahl beträgt 52.
In der Zeit von 1999 bis 2000 stellte eine beauftragte Firma das zusätzliche Schmutzwasser-Rohrsystem im Innenort her. Am 15. Januar 2000 begannen die Bauarbeiten für die neue Kläranlage mit dem Fällen der Weiden am Eselbuckweg und dem Verlegen der Drainagerohre am Kläranlagengrundstück.
Um die Bauarbeiten in Eigenleistung zu bewältigen, wurde eigens ein Bagger der Marke Eder (Meister Eder) angeschafft. Auf dem Grundstück der Kläranlage wurde eine Rundgrube zur ersten Aufnahme des belasteten Abwassers erstellt. In Eigenleistung entstanden vier aufeinanderfolgende Klärteiche, sowie ein Klärwärterhäuschen.
Unbelastetes Oberflächenwasser soll weiterhin in den Teich der alten Kläranlage unterhalb des Feuerwehrweihers eingeleitet werden. Die neue Kläranlage wurde für 320 Einwohner konzipiert.
Durch den tatkräftigen Einsatz aller Haushalte im Dorf, durch Hand- und Spanndienste, Bagger- und Maschineneinsatz oder auch Verpflegungs-leistungen konnten ca. 10.000 Arbeitsstunden abgeleistet werden. Die Gesamtinvestitionskosten betrugen etwa 2 Millionen DM. Dabei erhielt der Ort für die Erneuerung des Ortskanals 30 % Zuschuss. Für das Netz im Außenbereich und die eigentliche Kläranlage konnten 70 % der Investitionskosten als Zuschuss abgegriffen werden.
Im Oktober 2001 wurde die Kläranlage feierlich eingeweiht. Eigens geschulte Klärwärter aus dem Dorf betreuen seither die Kläranlage. Zu ihren Aufgaben gehört die regelmäßige Entnahme von Wasserproben und die Pflege der Anlage.
2025 steht die nächste Umbaumaßnahme zur Einhaltung der neuen Umweltstandards an.
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